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Kunst aus der Stille:
Arbeiten der Malerin Jiratchaya Pripwai, des Keramikers Wasinburee Supanichvorapach und antike
Skulpturen aus dem frühen Thailand.
"Während dieses Arbeitsprozesses wird mein wandernder Geist ruhiger und konzentrierter,
friedlicher und entspannter, als ob der Kunstprozess einen therapeutischen Nutzen hätte, der
das Gleichgewicht in meinem Geist heilt und wiederherstellt."
Dieses sehr persönlich und einfühlsam formulierte Statement der Künstlerin Jiratchaya Pripwai
reflektiert in einer erstaunlichen Präzision das Fundament thailändischen Kunstschaffens, von
der ersten Begegnung mit dem Buddhismus im 6. Jahrhundert bis hin in unsere Zeit.
Jiratchaya Pripwai (*1983)
Jiratchaya Pripwai's malerische Meditationen produzieren in Schwarz und Weiß scheinbar
transparente, im Raum schwebende textile Strukturen. Die Perfektion ihrer Malerei verlockt
uns zu glauben, dass ein Computer-Programm diese kreiert hat - und zieht uns wie magisch aus
der Ferne ganz nahe an das Bild und in das Bild hinein. Und erst bei genauem Hinblicken
erkennen wir, dass der Duktus der Linien aus der Hand eines Menschen stammt. Zwei bis drei
Monate benötigt sie zum Fertigstellen einer großen Leinwand. Trotz ihrer Jugend - und wohl
auch aufgrund ihrer Bescheidenheit - gehört sie schon seit Jahren zu den Stars der
zeitgenössischen Kunstszene Südostasiens. Ihre Werke sind in nahezu allen bedeutenden
Museen Südost-Asiens und zwischenzeitlich auch in bedeutenden westlichen Sammlungen
vertreten.
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Wasinburee Supanichvoraparch (* 1971)
Marianne Heller hat Thailands führenden Keramik-Künstler in den vergangenen Jahren bereits
in mehreren Ausstellungen in Heidelberg, Weinheim und Mannheim dem deutschen
Publikum präsentiert; international wurde er in bedeutenden Ausstellungen in Brüssel, in Köln
und in Frankreich, Japan, Korea und Singapur gezeigt. Wasinburee hat seine Ausbildung in
Deutschland absolviert: an der Fachschule für Keramik in Landshut und an der Universität
Kassel. Als künstlerischer Direktor führt er in dritter Generation eine bedeutende Keramik-Produktion in Ratchaburi westlich von Bangkok.
Mit einem meditativen Prozess beginnt auch für Wasinburee die Schaffung von Keramiken,
welcher dann in der fokussierten Kreation mit Ton, Glasuren und Brennofen mündet. Seine
intensive Auseinandersetzung mit der Farbkombination Blau-Weiß und insbesondere mit
Kobalt-Blau hat in den Jahren 2016 bis 2021 den Höhepunkt seines bisherigen künstlerischen
Schaffens hervorgebracht: THE KOBALT SERIES.
Für die am 5. September 2021 eröffnende Ausstellung in der Galerie hat Wasinburee die 2020
und 2021 produzierte Abschluss-Gruppe seiner KOBALT SERIE geschaffen: einige bedeutende
großformatige Skulpturen wie das imposante ZEE-ZEE (84 cm) und MORAI (58cm) werden einer
ästhetisch ausgereiften Auswahl von kleineren Gefäßen gegenübergestellt. Eines der Highlights
dieser Ausstellung ist zweifellos die skulpturale Komposition NIULIFE, in der Spannungsrisse in
der kobaltblauen Glasur in japanischer Kintsugi (Goldlack)-Technik gefüllt wurden. GATE TO
ETERNITY spielt mit unserem Ansatz zu Jenseits-Vorstellungen - ein Durchgang vom Diesseits
ins Jenseits: ein großer Ring, nach beiden Seiten offen, auf der Innenseite irden-braun, auf der
Außenseite blau und weiß wie ein Sommerhimmel.
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Ancient Art
Bereits Mitte des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung brachten indische Handelsleute nicht
nur Handelsgüter nach Südost-Asien, sondern auch die Haupt-Religionen Indiens, Buddhismus und
Hinduismus. Recht schnell wurden in den frühen Handelszentren kleine Tempelanlagen errichtet und
mit Skulpturen ausgestattet. Ein hervorragendes Beispiel ist der aus Sandstein gearbeitete und
hochpolierte Lingam aus dem 7.-8. Jahrhundert, die phallusartige Repräsentation des Hindu-Gottes
Shiva. Kleinere Skulpturen und Alltagsobjekte, wie z.B. drei kleine Bronzeschalen aus dem 16.-17.
Jahrhundert dokumentieren die Zeit des "eigentlichen" Thailand: diese beginnt mit dem 14.
Jahrhundert, in dem nach einer größeren Wanderbewegung aus Süd-China in Zentral-Thailand das
Königreich Sukhothai gegründet wurde. Die bis dahin dominierenden Ethnien der Mon und Khmer
wurden "eingegliedert" und der Buddhismus wurde zur Hauptreligion. Der in der Ausstellung
gezeigte fragmentarische Keramik-Buddha aus dem 16. Jahrhundert stammt vermutlich aus dem
nahe bei Sukhothai liegenden Si Satchanalai, einem bedeutenden Zentrum der Fertigung von
Keramiken. Die ausgestellten Skulpturen und Objekte entstammen bedeutenden westlichen
Sammlungen, sind bestens dokumentiert und, sofern erforderlich, mit einem Zertifikat des Art Loss
Registers ausgestattet.
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