Sonderausstellung

 
 

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9. Oktober bis 20. November 2016

"Kanjirô Moriyama & Fumio Matsutani - Black and White"

 

Japan ist anders. Wo die künstlerische Moderne Europas den mutwilligen Traditions-Bruchbetont,vollzieht der Ferne Osten eine behutsam-grazile Wendung, die das Hergebrachte lieberkunstvollverwandelt, als daß sie mit ihm bricht. Die neue Ausstellung "Black and White"der GalerieMarianne Heller in Kooperation mit Yufuku Gallery, Tokyo mit Steinzeugskulpturen der Künstler Kanjirô Moriyama und Fumio Matsutani macht jenes besondere Verhältnis zur Herkunft auf höchstem Niveau anschaulich.

"White"

Als fügten sich dünne Keramikplatten zusammen, fast berührungslos, flüchtig nur formbildend ? so wirken die Arbeiten des 1984 in Koishiwara (ein Zentrum der Volkskunst-Töpferei) geborenen, bis heute dort lebenden Kanjirô Moriyama. Nach Studien an der Arita Technical High School und der Saga Universität blieb er zwar vorort, nicht aber der getöpferten Gebrauchsware treu. Unter dem Einfluß einer avancierten zeitgenössischen Keramikkunst, löste er den gedrehten Gefäßkörper von aller Funktion, dekomponierte ihn und fügt ihn zu einer eigengesetzlichen Komposition neu zusammen. Kanjirô Moriyama dreht aus einheimischen Tonen zunächst große Zylinderformen, die er sodann in Teile zerschneidet, um aus diesem Plattenmaterial seine Objekte zu bilden. In mehreren hohen Bränden überzieht Mattglasur die nur scheinbar lose Konstruktion verfestigend ? bislang in Schwarz, hier nun in mattem Weiß. Ungeachtet seiner Jugend ist Kanjirô Moriyama für seine Arbeiten bereits vielfach ausgezeichnet worden.

"Black"

Auch der 1975 in Tobe geborene Fumio Matsutani entstammt einem Ort alter keramischer Tradition, wo er zwar heute noch lebt, doch ohne die Produktion von Porzellangeschirr im Familienbetrieb weiterzuführen. Nach dem Studium an der Kyoto Saga University of Arts wandte sich der Eigenwillige gänzlich einer keramischen Plastik zu, die einer ungewöhnlichen Wirkungsästhetik folgt. Wie windgeschliffene Formen streben die großen, spitzovalen Gebilde mit weich schwingenden Kanten von kleiner Basis aufwärts. Eine Mischung schwarzbrauner, stark reduzierter Eisenglasuren mattiert die Oberflächen, aber erst näheres Zusehen bemerkt die Textur aus feinsten Ritzlinien, die zudem allen Glanz hindert und die Steinzeugobjekte zu regelrechten Lichtschluckern, Modellen Schwarzer Löcher macht. Fumio Matsutani hat sich, als Gegenprogramm zum lichten Porzellan, das Steinzeug als Formmaterial gewählt, dem er in einem geradezu meditativen Arbeitsprozeß den gesamten Körper überziehende Ritzungen zufügt.

Für das Werk beider Künstler gilt: Faszinierende handwerkliche Perfektion und formale Eleganz, deren Zusammenspiel alles andere als traditionell ist und gleichwohl auf Tradition basiert. Doch wie verschieden im Ergebnis: Eben " Black and White"!

Beispiele:

Kanjiro Moriyama
Kanjiro Moriyama
Kanjiro Moriyama

 

Kanjiro Moriyama
Kanjiro Moriyama
Kanjiro Moriyama

 

Fumio Matsutani
Fumio Matsutani
Fumio Matsutani

 

Fumio Matsutani
Fumio Matsutani
Fumio Matsutani

 

Fumio Matsutani

 

 

Ausstellungsdauer:

9. Okt. bis 20. Nov. 2016

Eröffnung:

9. Okt. 2016 11:30 – 18 Uhr

Einführung: Dr. W. Lokau, Bremen

Öffnungszeiten:

Di – Fr  11 – 13 Uhr und 14:30 – 18 Uhr
Sa 11 – 18 Uhr

Und nach Vereinbarung

So, 20 November 2016 11 – 18 Uhr

Ausstellungsort:

Galerie Heller
Friedrich–Ebert–Anlage 2
Im Stadtgarten
D–69117 Heidelberg

Tel: 06221 – 61 90 90
info@galerie-heller.de

 

 
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