|
Seit bald zwei Jahrzehnten widmet sich der zurückgezogen in seinem Atelier in Mont-près-Chambord arbeitende Franzose Jean-François Fouilhoux (*1947) ausschließlich dem Seladon, einer ursprünglich aus Ostasien stammenden Glasurmaterie, jadegleich von zartlicht hellgrünem bis cremedicht olivfarbenem Ton, einst begehrt an Herrscherhöfen.
Zu Beginn seiner Keramikerlaufbahn hatte Fouilhoux Formen aus Steinzeug und Porzellan gedreht: Perfekte Volumina, angetan mit farbigen Glasuren aus dem hohen Brand. Mit seiner Konzentration auf jene grünliche Wundermaterie dann prägte er eine eigene keramische Handschrift, in Form und Glasur so einzig, daß man von einer unnachahmlichen Aura seiner Arbeiten sprechen muß. Zunächst blieb er noch der Idee des Gefäßes verpflichtet, baute und formte fortan aber Schalenformen, ungleichmäßig gezogene, wie von steten Naturkräften gerissene Gebilde. Der Schritt zur gänzlich freien Form lag nahe: Wie aus eisigen Schneiden montierte Rahmenformen entstanden, lotrecht oder verzogen, von schier schwereloser Statik, bis zu den heutigen Bändern, geschnitten aus der Masse, der schnörkelnden Geste der Hand folgend wie dreidimensionale Schriftzüge einer unlesbaren Kalligraphie, durch die Leere des Raumes sich windend und biegend – erstarrte Gestenzüge eines großen Keramikmagiers aus Porzellan und Seladon.
Mit einer Einzelausstellung 2016 vom 24. April bis zum 19. Juni präsentiert die Galerie den großen französischen Keramikkünstler Jean-François Fouilhoux nach langer Zeit wieder exklusiv in Deutschland – ein Fest für alle Freunde und Freundinnen keramischer Kunst!
Beispiele:
|